Samstag 15:00, 22. September 2018

Das Bild, das ich mir von der Welt mache

Seminar geleitet von Jana Bochet

Haben Sie sich schon mal gefragt, wie Bilder entstehen? Gemeint ist hier nicht der technische Prozess, sondern die menschliche Fähigkeit, etwas als etwas zu sehen, sprich ein Bild als solches zu erkennen und so oder so zu interpretieren. Das Verhältnis der Betrachterin und des Betrachters zur Wirklichkeit ist bei diesem Prozess von besonderer Bedeutung.

Zu Beginn werde ich die grundlegenden Unterschiede zwischen Gemälde, Zeichnung und Fotografie (analog und digital), wie sie in der Fachliteratur diskutiert werden, erläutern. Anschliessend werde ich zentrale Thesen und Probleme der aktuellen Bildforschung vorstellen: Wann spricht man von einer Fotografie, wann von einem Bild und was ist dabei gemeint? (K. Walton), Wie weiss ich, was das Bild zeigt? (studium und punctum bei R. Barthes), Gibt es eine, allen Dingen gemeinsame Wirklichkeit? Wie bildet eine fotografische Aufnahme diese Wirklichkeit ab? (V. Flusser), Hat die abgebildete Situation auf einem Gemälde existiert und warum [nicht]? (J. Berger), Was ist das Besondere einer Zeichnung und warum enthält sie etwas Unsichtbares? (J. Derrida).

Die Erläuterung dieser Thesen soll es den Zuhörerinnen und Zuhörern ermöglichen, sich ein vielschichtiges Bild davon, was die Unterschiede zwischen den einzelnen visuellen Repräsentationen sind, und wie sie interpretiert werden können, zu machen. Falls es die Zeit erlaubt, können wir gerne weitere Thesen oder Fragen aus dem Publikum diskutieren.


Jana Bochet hat an der Universität Zürich Philosophie, Linguistik und Gender Studies studiert. Sie publiziert regelmässig auf www.philosophie.ch zum Thema Bild und Fotografie, hält Vorträge und organisiert Workshops. Mehr



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