Sascha Frühholz, Megha Katyal

Emotionen: Neurowissenschaft trifft hinduistische Philosophie

Emotionen sind ein wichtiger Bestandteil menschlicher Existenz. Wir können diverse Gefühle empfinden, sowohl positive, wie Glück und Vergnügen, als auch negative wie Angst und Traurigkeit. Die Umwelt, in der wir leben, spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle darin, wie wir Gefühle generieren.

Umgebungen und die Gefühle, die sie auslösen, stimulieren bestimmte geistige und körperliche Reaktionen, die in dazugehörigen Handlungen resultieren. Obwohl Jede*r von uns eine bestimmte biologische Disposition hat, sind Menschen auch durch ihr Umfeld bestimmt, welches Gedanken, Emotionen und Handlungen formt sowie die individuelle Persönlichkeit und das Verhalten weiterentwickelt.

Dieses Projekt untersucht die Beschaffenheit und die Bedeutung des emotionalen Selbst von zwei unterschiedlichen Standpunkten aus: dem «Bhagavad Gita», einer der fundamentalen Geschichten aus dem berühmten antiken Hindu Epos «Mahabharata»; und dem modernen neurowissenschaftlichen Verständnis. Obwohl sie für zwei verschiedene Betrachtungsweisen von «Emotionen» stehen, erkennen beide Quellen an, dass wir konstant durch die Kräfte unserer Umgebung getrieben werden. Die durch unser Umfeld hervorgerufenen Gedanken und Emotionen können möglicherweise ein integraler Teil von uns und unserem Selbst werden.

Megha Katyals künstlerische Arbeiten befragen die Identität des Selbst als persönlichen Seiltanzakt unserer Emotionen. Sind diese nur der Spiegel externer Kräfte oder werden sie vom individuellen Subjekt beherrscht? Auf der Grundlage neurowissenschaftlicher Erkenntnisse über menschliche Emotionen wie sie beispielsweise in der Arbeit von Dr. Sascha Frühholz reflektiert sind, zeigt Katyals Kunst zentrale Emotionen als ein durch die Interaktion äusserer Kräfte gewobenes, metaphorisches Netz – und hinterfragt somit die Existenz eines wahren Selbst.

Wir sind unserem spirituellen Mentor Shree Hita Ambrish ji dankbar für seine Segnungen und wertvolle Unterstützung. Unser aufrichtiger Dank geht an Pro Helvetia, das Swiss Center for Affective Science, die Stiftung Butticaz, den Lehrstuhl für Kognitive und Affektive Neurowissenschaften, das Psychologische Institut und die Universität Zürich.

The Bhagavad Gita (The Song of God) is a divine discourse written down in Sanskrit between the fifth and the second century BC. On the battlefield of Kurukshetra, Lord Krishna dialogues with his disciple Arjuna. Upon seeing his kinsmen prepared to fight, the warrior Arjuna is distressed by the idea of killing men who he admires. Arjuna experiences emotional turmoil. Completely deluded, he expresses his sorrow to Lord Krishna, who transformed the directionless Arjuna with His divine lecture, known as Srimad Bhagavad Gita.

Textübersetzung von Sanskrit auf Englisch: Dr. Manohar Abhay


Prof. Dr. Sascha Frühholz ist Professor für Kognitive und Affektive Neurowissenschaften am Psychologischen Institut der Universität Zürich und hat bereits Projekte zusammen mit der Künstlerin Megha Katyal realisiert. Mehr

Megha Katyal arbeitet als Künstlerin mit den verschiedenen Umgebungen, in denen sie lebt und aufgewachsen ist. Viele ihrer Arbeiten fokussieren auf das Weben, eine Praktik, die sie aus ihrem Heimatland Indien kennt. Das Weben fungiert als ein Bild für die Verbindungen zwischen Leben, Menschen, Orten und Kulturen. Mehr



Weiterfuehrende Beiträge